PPFD mal Stunden ergibt DLI – die Lichtmenge pro Tag einfach erklärt

PPFD und DLI: Lichtmenge für Pflanzen berechnen – mit Rechner und Richtwerten

3. Oktober 2026Grow am Rhein

Kurz gesagt: PPFD und DLI

  • PPFD ist die Lichtstärke auf dem Blatt in µmol/m²/s – also wie viel nutzbares Licht pro Sekunde ankommt.
  • DLI ist die Lichtmenge pro Tag in mol/m²/Tag. Formel: DLI = PPFD × Stunden × 0,0036.
  • Richtwerte: Keimlinge 5–10, Kräuter und Salat 12–17, Tomaten und Chili 20–30 mol/m²/Tag. Zimmerpflanzen je nach Standort 3–16.
  • Praxis: Mit dem Rechner unten findest du heraus, ob deine Lampe reicht, wie hoch du dimmen solltest und wie viele Stunden Licht passen – auch mit Lux-Messung oder nur mit den Lampendaten.

Von Team Grow am Rhein, Growshop in Köln-Porz · Stand: Oktober 2026 · Mit PPFD- und DLI-Rechner

Watt sagt wenig darüber, wie viel Licht bei deinen Pflanzen ankommt. Zwei Lampen mit gleicher Leistung können sehr unterschiedlich hell sein, und dieselbe Lampe liefert in 30 cm Abstand ein Vielfaches dessen, was in 80 cm ankommt. Deshalb rechnen Gärtnereien, Forschung und gute Lampenhersteller mit zwei Werten: PPFD für die Lichtstärke und DLI für die Lichtmenge pro Tag.

In diesem Ratgeber erfährst du, was hinter den Begriffen steckt, welche Werte Keimlinge, Kräuter, Tomaten oder Zimmerpflanzen brauchen und wie du mit wenig Aufwand misst, ob deine Beleuchtung passt. Der Rechner nimmt dir die Mathematik ab.

PAR, PPF, PPFD und DLI: die Begriffe kurz erklärt

Pflanzen nutzen für die Photosynthese Licht zwischen 400 und 700 Nanometern Wellenlänge. Dieser Bereich heißt PAR (photosynthetisch aktive Strahlung). Alle anderen Werte bauen darauf auf:

Begriff Bedeutung Einheit Wofür du ihn brauchst
PAR Lichtbereich, den Pflanzen nutzen (400–700 nm) – Grundbegriff, keine Messgröße
PPF Wie viel PAR-Licht eine Lampe insgesamt abgibt µmol/s Lampen vergleichen (Datenblatt)
PPE Wie effizient die Lampe Strom in Licht umsetzt µmol/J Stromkosten einschätzen: 2,5 µmol/J und mehr gilt heute als gut
PPFD Wie viel Licht pro Sekunde auf einer Fläche ankommt µmol/m²/s Lampenhöhe und Dimmung einstellen
DLI Wie viel Licht über den Tag zusammenkommt mol/m²/Tag Prüfen, ob die Pflanze genug Licht bekommt

Ein Bild hilft: PPFD ist wie die Stärke eines Regens (Liter pro Stunde), DLI wie die Regenmenge, die am Ende des Tages im Eimer steht. Ein kurzer, starker Schauer kann so viel Wasser bringen wie ein langer Nieselregen. Genauso kann eine helle Lampe für 12 Stunden dieselbe DLI liefern wie eine schwächere für 18 Stunden.

Und Lux? Lux misst Licht so, wie das menschliche Auge es empfindet – Grün zählt stark, Rot und Blau kaum. Pflanzen sehen das anders. Lux lässt sich deshalb nur mit einem Faktor passend zur Lichtquelle grob in PPFD umrechnen (mehr dazu unten).

DLI berechnen: die Formel mit Beispielen

Illustration: PPFD mal Stunden ergibt DLI – Lampe mit Lichtkegel, Uhr mit 14 Stunden Licht und ein gefüllter Becher als Tageslichtmenge
PPFD × Stunden × 0,0036 = DLI. Der Faktor rechnet Sekunden in Stunden und Mikromol in Mol um.

Die Formel ist einfach: DLI = PPFD × Leuchtstunden × 0,0036. Der Faktor 0,0036 kommt aus 3.600 Sekunden pro Stunde geteilt durch 1.000.000 (Mikromol in Mol). Umgestellt bekommst du den nötigen PPFD für eine Ziel-DLI: PPFD = DLI × 277,8 ÷ Stunden.

Situation Rechnung Ergebnis
Tomaten unter LED, 600 µmol/m²/s, 12 Stunden 600 × 12 × 0,0036 25,9 mol/m²/Tag
Kräuter auf der Fensterbank mit Zusatzlicht, 200 µmol/m²/s, 16 Stunden 200 × 16 × 0,0036 11,5 mol/m²/Tag
Ziel 12 mol für Salat bei 18 Stunden – wie viel PPFD? 12 × 277,8 ÷ 18 rund 185 µmol/m²/s
Ziel 25 mol für Chili bei 16 Stunden – wie viel PPFD? 25 × 277,8 ÷ 16 rund 434 µmol/m²/s

Das zweite und dritte Beispiel zeigen den Trick, mit dem du viel erreichst: Wer etwas länger beleuchtet, kommt mit weniger Lichtstärke aus. Das schont empfindliche Pflanzen und spart oft Strom, weil LEDs gedimmt effizienter laufen.

PPFD- und DLI-Rechner

Wähle deine Pflanze, gib ein, was du weißt – einen PPFD-Messwert, eine Lux-Messung oder nur die Daten deiner Lampe – und die Leuchtdauer. Der Rechner zeigt dir die DLI, vergleicht sie mit dem Zielbereich und sagt, ob du dimmen, heller stellen oder die Leuchtdauer ändern solltest.

Deine Werte

Mittelwert aus mehreren Messpunkten auf Höhe der obersten Blätter.

Wie lange die Lampe (oder das Tageslicht) leuchtet.

PPFD- und DLI-Werte nach Pflanzenart

Die folgenden Werte sind Richtwerte aus Beratungsdiensten von Universitäten und der Gartenbau-Praxis. Sie gelten für die Höhe der obersten Blätter. Innerhalb einer Gruppe gibt es Unterschiede – Basilikum verträgt mehr Licht als Petersilie, eine Monstera weniger als eine Strelitzie.

Balkendiagramm: Ziel-DLI für Zimmerpflanzen, Keimlinge, Jungpflanzen, Blattgemüse und Kräuter, Kakteen, Fruchtgemüse und Starklicht-Kulturen in mol pro Quadratmeter und Tag
Die Lichtmenge pro Tag (DLI) unterscheidet sich je nach Pflanze um das Zehnfache.

Pflanzen / Phase PPFD (µmol/m²/s) DLI (mol/m²/Tag) Licht pro Tag
Keimlinge und Stecklinge 100–200 5–10 16–18 h
Jungpflanzen (Gemüse, Kräuter) 150–300 10–15 (Tomate, Paprika 15–20) 16–18 h
Blattgemüse und Kräuter, z. B. Salat, Basilikum 200–350 12–17 (Salat höchstens 17) 14–16 h
Fruchtgemüse mit Früchten: Tomate, Paprika, Chili, Gurke 400–600 20–30 14–16 h, mindestens 6 h Dunkelheit
Zimmerpflanzen für schattige Plätze, z. B. Farne, Calathea 70–150 3–6 10–14 h
Zimmerpflanzen für halbschattige Plätze, z. B. Monstera, Philodendron 150–250 6–10 12–14 h
Zimmerpflanzen für helle Plätze und blühende Pflanzen 250–400 12–16 12–14 h
Kakteen und Sukkulenten 300–550 15–25 12–14 h
Starklicht-Kulturen in der Blüte (12 h Licht) 600–900, mit CO2 bis 1.200 26–39 12 h

Warum Salat nicht mehr als 17 mol? Bei sehr viel Licht wächst Salat so schnell, dass die Calciumversorgung der jungen Innenblätter nicht mehr hinterherkommt. Die Blattränder werden braun (Innenblattnekrose, englisch „tipburn“). Mehr dazu, wie Calcium in die Pflanze kommt, findest du im Ratgeber zu CalMag.

Wie viele Stunden Licht brauchen Pflanzen?

Die Leuchtdauer ist neben dem PPFD die zweite Stellschraube für die DLI. Ein paar Regeln aus der Praxis:

  • Zimmerpflanzen: 12 bis 14 Stunden Zusatzlicht reichen, 16 Stunden sind die Obergrenze. Eine Zeitschaltuhr sorgt für einen festen Rhythmus.
  • Anzucht und Jungpflanzen: 16 bis 18 Stunden. Mehr als 18 Stunden bringt kaum zusätzliches Wachstum, kostet aber Strom.
  • Tomaten, Paprika, Chili: 14 bis 16 Stunden. Tomaten bekommen bei Dauerlicht ohne Dunkelphase gelbe, fleckige Blätter – sie brauchen mindestens 6 Stunden Dunkelheit.
  • Kurztagspflanzen wie Weihnachtsstern oder Chrysantheme setzen Blüten erst an, wenn die Nacht lang genug ist – meist 12 Stunden oder mehr am Stück. Schon kurzes Licht in der Dunkelphase kann die Blüte verzögern.

Lampenabstand: wie hoch muss die Lampe hängen?

Eine feste Zentimeterangabe für alle Lampen gibt es nicht. Wie viel Licht ankommt, hängt von PPF, Abstrahlwinkel, Fläche und Reflexion der Zeltwände ab. Diese Faustregeln helfen beim Einstellen:

  • Starte mit der Herstellerangabe für Abstand und Fläche. Viele Hersteller veröffentlichen PPFD-Karten mit Messwerten in verschiedenen Höhen. Bei vielen LED-Panels liegt der Startwert bei 30 bis 60 cm.
  • Dimmen statt hochhängen: Hängt eine LED-Lampe zu hoch, verlierst du Licht an die Wände und die Ausleuchtung wird ungleichmäßig. Besser ist ein mittlerer Abstand und die Leistung über den Dimmer anpassen – für Keimlinge oft nur 25 bis 50 Prozent.
  • Mitte und Rand: Auch bei guten Lampen liegt der PPFD am Rand des Zelts meist 20 bis 40 Prozent unter dem Wert in der Mitte. Lichthungrige Pflanzen gehören in die Mitte, oder du stellst die Töpfe regelmäßig um.
  • Das Abstandsgesetz (doppelter Abstand = ein Viertel des Lichts) gilt streng nur für punktförmige Lichtquellen. Bei großen LED-Flächen und im verspiegelten Zelt fällt der Verlust geringer aus. Deshalb lieber nachmessen als rechnen.
  • Unterbeleuchtung: Bei hohen Pflanzen kommt unten wenig Licht an. Seitliche oder untere Leisten können helfen – mehr dazu im Ratgeber zu Under Canopy Lights.

PPFD messen: PAR-Messgerät, App oder Luxmeter

Am genauesten misst ein Quantum-Sensor (PAR-Meter). Er zeigt den PPFD direkt in µmol/m²/s. Einfache Geräte gibt es ab etwa 90 Euro, für Profis kosten sie mehrere hundert Euro. Wichtig ist, dass der Sensor für LED-Licht ausgelegt ist – manche ältere Sensoren messen bei roten und blauen Anteilen ungenau.

Smartphone-Apps nutzen die Kamera oder den Lichtsensor des Handys. Ohne Aufsatz (Diffusor) und Kalibrierung sind sie nur eine grobe Orientierung. Mit Diffusor und passender Lichtquellen-Einstellung kommen gute Apps in die Nähe einfacher PAR-Meter.

So misst du richtig: Halte den Sensor waagerecht auf Höhe der obersten Blätter. Miss im Raster – bei einem 80 × 80 cm großen Zelt reichen 3 × 3 Punkte, bei 120 × 120 cm besser 4 × 4 oder 5 × 5 – und nimm den Durchschnitt. Miss, wenn die Lampe ihre Betriebstemperatur erreicht hat, also nach etwa 15 Minuten.

Mit dem Luxmeter schätzen: Wenn du nur Lux messen kannst, multipliziere den Wert mit dem Faktor deiner Lichtquelle. Das Ergebnis ist auf etwa 15 bis 20 Prozent genau – für die Einstellung im Alltag reicht das meist.

Lichtquelle Faktor Lux → PPFD Beispiel: 30.000 Lux
Sonnenlicht 0,0185 ≈ 555 µmol/m²/s
LED weiß, warm (2700–3500 K) 0,017–0,018 ≈ 510–540 µmol/m²/s
LED weiß, Vollspektrum (Farbtemperatur unbekannt) 0,015 ≈ 450 µmol/m²/s
LED weiß, neutral bis kalt (4000–6500 K) 0,014–0,015 ≈ 420–450 µmol/m²/s
Natriumdampflampe (NDL/HPS) 0,012–0,013 ≈ 360–390 µmol/m²/s
Metallhalogenid (MH) 0,014 ≈ 420 µmol/m²/s
Keramik-Metallhalogenid (CMH) 0,015 ≈ 450 µmol/m²/s
Leuchtstoffröhre 0,0135 ≈ 405 µmol/m²/s

Bei rot-blauen LEDs (lila Licht) funktioniert die Umrechnung nicht: Das Auge sieht dieses Licht als dunkel, die Pflanze kann es gut nutzen. Hier hilft nur ein PAR-Messgerät oder die PPFD-Karte des Herstellers.

Zu viel oder zu wenig Licht: so erkennst du es

Zu wenig Licht Zu viel Licht
Lange Abstände zwischen den Blattansätzen, Pflanze streckt sich zur Lampe Obere Blätter hellen auf, werden gelblich bis weiß (die unteren bleiben grün)
Große, dünne, blassgrüne Blätter Blattränder wölben sich nach oben, Blätter richten sich steil auf
Wenig oder keine Blüten, Früchte bleiben klein Braune, trockene Flecken auf den obersten Blättern
Untere Blätter werden gelb und fallen ab Wachstum stockt trotz guter Düngung
Erde trocknet langsam, Pflanze wächst kaum Symptome nur direkt unter der Lampe, am Rand nicht

Aufgehellte obere Blätter werden oft mit Nährstoffmangel verwechselt. Der Unterschied: Bei Lichtstress sind nur die Blätter nah an der Lampe betroffen, bei Mangel zeigt sich das Muster an der ganzen Pflanze – je nach Nährstoff an alten oder jungen Blättern. Prüfe auch den pH-Wert, bevor du an der Lampe drehst.

Licht, CO2 und Klima gehören zusammen

Mehr Licht bringt nur so lange mehr Wachstum, wie andere Faktoren mithalten. Ein einzelnes Blatt ist bei vielen Pflanzen schon bei etwa 1.000 µmol/m²/s weitgehend gesättigt. Ein dichter Bestand mit mehreren Blattlagen kann mehr Licht nutzen, weil die unteren Blätter im Schatten der oberen liegen. Ohne zusätzliches CO2 lohnt sich mehr als 900 bis 1.000 µmol/m²/s an der Blattoberfläche aber selten.

  • CO2: Erst mit 800 bis 1.200 ppm CO2 im Raum können Pflanzen deutlich höhere Lichtstärken nutzen. Mit einem CO2- und Lichtsensor behältst du beides im Blick.
  • Temperatur: Mehr Licht heißt mehr Verdunstung und mehr Wärme. LED-Lampen erwärmen die Blätter weniger als Natriumdampflampen; unter LED darf die Raumtemperatur deshalb 1 bis 2 Grad höher liegen.
  • Luftfeuchte und VPD: Viel Licht und trockene Luft stressen die Pflanze doppelt. Welche Werte passen, zeigt die VPD-Tabelle.
  • Abluft: Starke Lampen brauchen eine passende Abluft. Den Bedarf rechnest du im Ratgeber zur Growbox-Belüftung aus.

Messgeräte und Steuerungen für Temperatur, Luftfeuchte und CO2 findest du unter Klimasteuerung.

Fensterbank im Winter: reicht das Tageslicht?

Draußen kommen in Deutschland im Juli an klaren Tagen 40 mol/m²/Tag und mehr zusammen. Im Dezember sind es oft nur 2 bis 5 mol/m²/Tag – grob umgerechnet aus typischen Strahlungswerten. Hinter der Fensterscheibe kommt davon nur ein Teil an: Glas, Rahmen, Vorhänge und Ausrichtung schlucken Licht, und schon einen Meter vom Fenster entfernt sinkt die Lichtmenge stark.

Für schattenverträgliche Zimmerpflanzen reicht das im Winter meist noch. Kräuter, Kakteen, Zitruspflanzen und die Anzucht von Tomaten und Chili im Februar und März brauchen dagegen Zusatzlicht. Eine kleine LED-Leiste mit 150 bis 250 µmol/m²/s für 14 bis 16 Stunden bringt die Anzucht auf 8 bis 14 mol/m²/Tag und verhindert, dass die Jungpflanzen vergeilen – also lang und dünn werden. Für die Fensterbank und kleine Regale eignen sich zum Beispiel Sanlight Stixx oder die Root!t LED-Leiste.

Die richtige Lampe wählen

Für die Auswahl zählen drei Werte aus dem Datenblatt: der PPF (wie viel Licht), die PPE (wie effizient) und die empfohlene Fläche. Mit der Formel aus dem Rechner – PPF ÷ Fläche × 0,8 – siehst du schnell, welchen Durchschnitts-PPFD eine Lampe auf deiner Fläche schafft.

Fläche Ziel: Kräuter, Anzucht (≈ 250 µmol/m²/s) Ziel: Fruchtgemüse (≈ 500 µmol/m²/s) Ziel: Starklicht (≈ 800 µmol/m²/s)
60 × 60 cm (0,36 m²) ≈ 113 µmol/s PPF ≈ 225 µmol/s PPF ≈ 360 µmol/s PPF
80 × 80 cm (0,64 m²) ≈ 200 µmol/s PPF ≈ 400 µmol/s PPF ≈ 640 µmol/s PPF
100 × 100 cm (1,0 m²) ≈ 315 µmol/s PPF ≈ 625 µmol/s PPF ≈ 1.000 µmol/s PPF
120 × 120 cm (1,44 m²) ≈ 450 µmol/s PPF ≈ 900 µmol/s PPF ≈ 1.440 µmol/s PPF

Dimmbare LED-Lampen sind die flexibelste Wahl: Du kannst sie für Anzucht und Jungpflanzen herunterregeln und später voll aufdrehen. Eine Auswahl findest du unter Beleuchtung, darunter die Lampen von Sanlight (zum Beispiel die EVO 4 mit passendem Dimmer), Dimlux und Craft Farmer.

Unsicher, welche Lampe zu deiner Fläche passt? Komm in unserem Growshop in Köln-Porz vorbei, Hauptstraße 370, oder ruf an: 02203 1837075. Wir rechnen es gern mit dir durch.

Häufige Fragen zu PPFD und DLI

Was ist der Unterschied zwischen PPFD und DLI?

PPFD ist die Lichtstärke in einem Moment: wie viele Lichtteilchen pro Quadratmeter und Sekunde auf die Blätter treffen, in µmol/m²/s. DLI ist die Lichtmenge über den ganzen Tag, in mol/m²/Tag. Die DLI ergibt sich aus PPFD mal Stunden mal 0,0036.

Wie berechne ich den DLI-Wert?

DLI = PPFD × Leuchtstunden × 0,0036. Beispiel: 400 µmol/m²/s bei 14 Stunden ergibt 400 × 14 × 0,0036 = rund 20 mol/m²/Tag. Umgekehrt brauchst du für eine Ziel-DLI diesen PPFD: DLI × 277,8 ÷ Stunden.

Welcher PPFD-Wert ist für Keimlinge und Stecklinge richtig?

100 bis 200 µmol/m²/s bei 16 bis 18 Stunden Licht, das ergibt eine DLI von etwa 5 bis 10 mol/m²/Tag. Mehr Licht bringt hier wenig und kann junge Blätter aufhellen. LED-Lampen lieber dimmen als ganz nach oben hängen.

Wie viel PPFD brauchen Tomaten, Paprika und Chili?

Im Fruchtansatz 400 bis 600 µmol/m²/s bei 14 bis 16 Stunden Licht, das entspricht einer DLI von etwa 20 bis 30 mol/m²/Tag. Jungpflanzen kommen mit 150 bis 300 µmol/m²/s aus. Tomaten brauchen jeden Tag mindestens sechs Stunden Dunkelheit.

Kann ich PPFD mit einer Lux-App messen?

Nur als Schätzung. Lux misst Licht so, wie das menschliche Auge es sieht, nicht wie die Pflanze es nutzt. Mit einem Umrechnungsfaktor passend zur Lichtquelle, etwa 0,015 bis 0,018 für weiße LEDs, kommst du auf etwa 15 bis 20 Prozent genau. Bei rot-blauen LEDs funktioniert die Umrechnung nicht.

Wie viele Stunden Licht brauchen Pflanzen?

Zimmerpflanzen 12 bis 14 Stunden, Keimlinge und Jungpflanzen 16 bis 18 Stunden, Gemüse und Kräuter 14 bis 16 Stunden. Mehr als 18 Stunden bringt kaum etwas, viele Pflanzen brauchen eine Dunkelphase. Kurztagspflanzen blühen erst bei 12 Stunden Licht oder weniger.

Ist mehr Licht immer besser?

Nein. Ohne zusätzliches CO2 bringt mehr als etwa 900 bis 1000 µmol/m²/s an der Blattoberfläche bei den meisten Pflanzen kaum noch Zuwachs. Zu viel Licht zeigt sich durch aufgehellte, gelblich-weiße obere Blätter und nach oben gewölbte Blattränder. Entscheidend ist, dass Licht, Temperatur, Luftfeuchte und Nährstoffe zusammenpassen.

Wie berechne ich den PPFD aus den Lampendaten?

Teile den PPF-Wert der Lampe in µmol/s durch die beleuchtete Fläche in Quadratmetern und rechne etwa 80 Prozent davon, weil ein Teil des Lichts an Wänden und Rändern verloren geht. Eine Lampe mit 1.500 µmol/s auf 1,2 × 1,2 m ergibt rund 1.500 ÷ 1,44 × 0,8 = etwa 830 µmol/m²/s im Durchschnitt. In der Mitte ist es mehr, am Rand weniger.

Wie viel Licht bekommen Pflanzen am Fenster im Winter?

Draußen in Deutschland liegt die DLI im Dezember bei etwa 2 bis 5 mol/m²/Tag, im Juli an klaren Tagen bei 40 und mehr. Hinter der Scheibe kommt davon je nach Glas, Ausrichtung und Abstand nur ein Teil an, oft weniger als die Hälfte. Lichthungrige Pflanzen brauchen im Winter deshalb Zusatzlicht.

Wie hoch muss ich meine LED-Lampe hängen?

Einen festen Abstand gibt es nicht, er hängt von Lampe, Leistung und Pflanze ab. Starte mit der Herstellerangabe, bei vielen LED-Panels 30 bis 60 cm, und miss dann in Pflanzenhöhe nach. Bei dimmbaren Lampen ist es besser, die Höhe zu halten und die Leistung anzupassen.

Quellen: Richtwerte für DLI und PPFD nach Virginia Cooperative Extension (SPES-720), Iowa State University Extension, Hort Americas und GPN Magazine (Michigan State University). Lichtsättigung, CO2 und Leuchtdauer nach Bruce Bugbee (Utah State University). Umrechnung Lux in PPFD nach Apogee Instruments. Ausleuchtung und Messraster nach AGi32. Alle Werte sind Richtwerte; Sorte, Klima und Nährstoffversorgung verschieben den Bedarf. Stand Oktober 2026.

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